Beijing/Peking: 11.03.26 – 13.03.26
Carlo | Veröffentlicht am |
11.03.26 : Chinesische Mauer / Hot Pot / Party
Heute war der Tag der Tage: Ich war auf der Chinesischen Mauer! Aber die Nacht war mega kacke. So ein Typ hat die ganze Zeit geschnarcht und ich konnte nicht richtig pennen, trotz Ohropax. Die letzte Nacht war auch schon so schlecht wegen eines anderen Typen, der sehr laut geschnarcht hat. Als der Wecker dann um 06.20 Uhr geklingelt hat, war ich immer noch so müde. Aber das ist der Inbegriff vom Backpacken für mich: Komplett müde um 5 oder 6 Uhr aufstehen, weil man irgendeinen Ausflug gebucht hat. Die Fahrt hat relativ lange gebraucht und vor allem bis ich dann wirklich oben auf der Mauer war. Erstmal bin ich mit einer Gruppe von Peking bis zu einem Dorf gefahren 1,5h lang. Dann hat mich dort ein Shuttlebus nochmal 10 Minuten bis zum Fuß von dem Berg gefahren und dann bin ich von dort aus nochmal mit einem Skilift bis oben auf den Berg gefahren. Weil wie ich nicht wusste, wurde die Chinesische Mauer auf einem Bergkamm gebaut, weil man von oben eine weitere Sicht hat auf die Gegner und diese einen schwieriger attackieren könnten. Das macht total Sinn. Es ist aber so krass anstrengend auf einem Berg eine Mauer zu bauen.
Faktencheck:
Länge der Mauer: 21.196km (Hälfte des Äquators!)
Zweck: Schutz vor anderen Stämmen zb. den Stamm aus der Mongolei
Baudauer: erst 400- 500 Jahre (700 v. Chr. bis 200 v. Chr.) dann nochmal 200 Jahre (1400 – 1600 n. Chr)
Menschen: ca. 1 – 3 Millionen haben mitgearbeitet (Soldaten, Gefangene, Bauern. Oft Zwangsarbeit)
Menschenleben: mehrere Hunderttausende sind dabei gestorben
Ich finde die Chinesische Mauer schon sehr krass. Das Ding ist schon eine Wucht. Aber ich finde weniger krass die Mauer an sich, sondern mehr die Zahlen dahinter: 21.000km an Mauer und auf Bergen erbaut 700 v. Chr.
Abends war ich dann noch Hot Pot essen mit Jan einem Freund aus Stuttgart, welcher seit 8 Jahren in Peking wohnt. Es gab Schweinegehrin, Kuhmagen, Gans-innerein und Entenblut. Ich fand das Gehirn nicht so lecker, weil es sehr cremig war wie Philadelphia. Der Rest war echt lecker. Ich war vor allem von dem Entenblut überrascht. Es kam in so Stückchen und hatte eine Konsistenz wie Pudding. Ich dachte, dass es abscheulich schmecken wird, aber es war gut. Danach waren wir noch in 2 Clubs. Das ist auch der Inbegriff vom Reisen für mich: wenn ich betrunken in irgendwelchen Clubs auf anderen Kontinenten bin. Das Gefühl hatte ich schon in Mexico City. Ich war so weit weg von zu Hause, aber irgendwie ist doch jeder Club auf der Welt immer gleich und wie zu Hause: Es geht immer darum, dass man selber gut aussieht, teure Klamotten & teuren Alkohol beeindrucken Menschen und die Musik ist auch eigentlich immer aus USA oder Südamerika.
Learning: Ausländer bekommen irgendwie in Peking gratis Alkohol im Club, damit der Club mehr internationale Gäste hat und das Image von einem internationalen Club hat.















12.03.26: Spazieren / Bild gemacht / Peking Ente
Heute war ich einfach nur ganz viel Spazieren durch die Stadt. Ich wollte auf einen großen Platz gehen, aber das Ticket hätte ich gestern schon kaufen müssen. Egal. Ich hab mir dann wieder Xiaolongbaos gekauft. Die sind einfach so zu lecker. Auf einmal ist es passiert: Ich wurde zum ersten Mal nach einem Bild gefragt. Auf einer Toilette war ein Typ der genoßen hat. Ich habe dann einfach „Gesundheit“ auf deutsch gesagt, in der Hoffnung er versteht es aus dem Kontext heraus. Hat er dann aber nicht. Dann kamen wir ins Gespräch, oder eher gesagt in eine Stammelei. Ich hab ihn versucht „Gesundheit“ zu erklären und mich nur schief angeschaut. Dann hat er „gefragt“, ob wir ein Bild machen können. Ich war mega glücklich und hab auch direkt eins dann mit meinem Handy gemacht, um diesen Moment festzuhalten. Ich hab schon von vielen anderen Ausländern gehört, dass die Chinesen Bilder mit ihnen machen. Aber mir ist das erst heute passiert. Ich glaube, weil hier so wenig Menschen Englisch sprechen und nicht wissen, wie sie mich dann ansprechen können. Highlight Moment für mich. Als allerletztes Essen in China hab ich dann endlich Peking Ente gegessen. Das war auch einer der Gründe, warum ich nach China gekommen bin. Normalerweise kostet hier ein Restaurantbesuch 2-3€. Die Peking Ente hat stolze 25€ gekostet. Das Restaurant sah auch richtig krass aus. Ich glaube, es war fast eine Sterneküche. Ich hab mich so unwohl gefühlt, als ich da mit kurzer Sporthose reingelaufen bin. Aber egal, die Ente war köstlich.
Learning: Menschen sind hier so viel am Handy: In der Bahn, beim gemeinsamen Essen im Restaurant, im Taxi (der Taxifahrer) und sogar am Motorrad läuft TikTok nebenbei.










13.03.26: Peking - Bangkok
Heute Morgen auf dem Weg zum Flughafen hatte ich wieder eine Begegnung, die vom Universum / Leben / Gott kam. Um 05.30 Uhr wollte ich losgehen zum Flughafen. Vor der Metrostation hab ich dann einen Imbiss gesehen der Xiaolongbao verkauft. Das hat sich wie im Film angefühlt, wenn im Dunklen plötzlich ein magischer Ort erscheint und dabei die Musik „Ohhhhh“ kommt. Der Mann hat gerade aufgemacht und frische Xiaolongbaos gekocht. Da war eine Frau, welche auch Xiaolongbaos kaufen wollte, mit der ich dann ins „Gespräch“ kam (eher wieder Stammelei). Sie hat mir dann einfach 3 Xiaolongbaos gekauft / geschenkt. Die Frau und der Laden waren zwei magische Begegnungen. Zu meiner Ernüchterung hat dann der Mann im Flughafen am Check-in Schalter wieder nur sehr gebrochenes Englisch gesprochen. Er hat mir einfach den Satz per App übersetzt „Das Gate ist noch geschlossen, aber du kannst schon durch die Sicherheitskontrolle gehen“. Ich war wieder fix und fertig mit den Nerven. Wie kann eine Person, die in einem der größten Flughäfen der Welt arbeitet, nur minimales Englisch sprechen. Hier kommen jeden Tag tausende von Ausländer her und der Typ denkt sich so: „Ach, ich muss kein richtiges Englisch sprechen. Der Satz „Check-In?“ reicht schon aus als Vokabular für meinen Job“… Darauf musste ich erstmal klarkommen.
Meine Reise nach Bangkok sah dann folgendermaßen aus: erst Peking – Shenzhen dann umsteigen und Shenzhen – Bangkok. Der erste Flug von Peking nach Shenzhen war ein Inlandsflug und hat stolze 3h gedauert. 3h für einen Inlandsflug. Wenn ich von Stuttgart aus 3h irgendwo hinfliege, komme ich nach Afrika, Marokko oder nach Asien, Türkei. Hier war es einfach mal ein Inlandsflug. Diese Größe von dem Land ist wirklich absurd. In Shenzhen hab ich mir dann eine Lounge gebucht. Das wollte ich schon immer Mal machen. Mich so richtig wie ein Geschäftsmann fühlen. Die Lounge war auch echt geil. Es gab da ein Buffett, Snacks, Obst, Cola/Tee/Kaffee/Wasser und auch so Stühle die ich richtig ausfahren konnte und auf denen ich hätte schlafen können. Ich hab mir da so den Ranzen vollgeschlagen. Die Lounge hat 20€ gekostet Ich finde, das ist ein echt fairer Preis. Zwar nur für 2h aber ich denke, wenn ich da auf einem Stuhl geschlafen hätte, hätten die bestimmt nichts gesagt.
Learning: Die Chinesen sind die ersten Personen auf der ganzen Welt, die wirklich geschaut haben, ob ich die gleiche Person bin wie mein Pass.










6 Kommentare
Ich wünsche Dir weiterhin wundervolle Erlebnisse und schöne Erfahrungen…
😘😍🥰🙏🏾❤️
Danke Mama <3
Super Carlo Ramón que subiste a la Gran Muralla China 🇨🇳 Gracias por compartirnos las infos de su construcción 👍🏾 Que bien por todas las emociones que estás viviendo -momentos mágicos 💫, de frustración y rabia 😫😤, de placeres 🥳, y de foto en un baño 🙃- Keep going 💪🏾
Muchas gracias Tia Zeta. Si estos momentos son muy especiales. Los momentos mágicos como los momentos de rabia o frustración.
Sehr schöne Geschichten! Mir gefällt vor allem das schöne T-Shirt am Foto mit dem Jungen in der öffentlichen Toilette. Aber auch dieses Portal istbwirklich krass. Danke wieder für‘s Berichten.
Ja, das T-Shirt finde ich auch sehr toll. Ich trage es auch echt gerne. Danke nochmal 😀